Zeitzeugen appellieren an Jugendliche aus der Geschichte zu lernen

Mitglieder der Generationenhilfe Börderegion e. V. lasen vor Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums „Am Silberkamp“, Peine, aus ihrem Buch „Lebensgeschichten unserer 90-Jährigen“.
Im Jahr 2023 haben 12 Mitglieder des Vereins, die 90 Jahre alt oder älter waren, ihre Lebensgeschichte erzählt, haben von ihren Erlebnissen als Kinder und Jugendliche in der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler und dem 2. Weltkrieg berichtet. Fünf von ihnen mussten unter dramatischen Umständen aus der Heimat fliehen oder kamen nach 1945 als Vertriebene nach Hohenhameln. Diese Berichte hat Gisela Grote in dem Buch „Lebensgeschichten unserer 90-Jährigen“ niedergeschrieben.

Über die reine Biographiearbeit hinaus stand immer die Absicht im Vordergrund, diese Erlebnisse als Mahnung dieser Zeitzeugen an die junge Generation weiterzugeben. Bei der Lesung im Gymnasium waren es 80 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen, die sichtlich berührt den Vortragenden lauschten. Leider sind inzwischen bereits drei der Erzähler verstorben und einige andere gesundheitlich sehr geschwächt. Deren Berichte wurden von Vereinsmitgliedern vorgetragen, darunter auch einige, die als Kinder Krieg, Flucht und Vertreibung selbst miterlebt haben. Gerade Sätze wie: „Wir wollten den Krieg gewinnen und haben erst hinterher gemerkt, dass der Hitler uns von Anfang an missbraucht hat,“ oder: „wir wurden um unsere Jugend betrogen,“ erzielten eine ganz besondere Wirkung bei den Jugendlichen.
Wie groß deren Interesse an den Erlebnissen war, wurde auch in anschließenden Gesprächen kleinerer Schülergruppen mit den Seniorinnen und Senioren deutlich. Bereits 2024 war die Abschlussklasse der Hauptschule Hohenhameln auf Einladung der Generationenhilfe in der Begegnungsstätte des Vereins zu Gast. Auch diese Schülerinnen und Schüler verfolgten gespannt die Berichte der Protagonisten.
Die inzwischen vergriffene Auflage von 300 Exemplaren des Buches zeugt zudem von dem allgemein großen Interesse an den Lebensgeschichten. Den Jugendlichen gaben die Seniorinnen und Senioren die Mahnung mit auf den Weg, sich dafür einzusetzen unsere Demokratie zu erhalten und zu verhindern, dass Parteien, die diese Demokratie gefährden, an die Macht kommen. Dafür wollen diese Zeitzeugen sich weiterhin an den Schulen einsetzen, solange es ihre Kraft erlaubt.


