„Udos-Kochclub“ präsentiert sich auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin

Die Generationenhilfe Börderegion e. V. aus Hohenhameln war von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Seniorenorganisationen (BAGSO) eingeladen, das Mittagstischangebot des Vereins „Udos- Kochclub“ auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorzustellen. Auf der Bühne in der Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft war Gisela Grote als Vertreterin des Vereins anwesend, um darüber zu berichten. Zusätzlich gab es zwei Liveübertragungen direkt aus Hohenhameln, von wo aus das Küchenteam und die Essensrunde zugeschaltet waren.

 Mit auf der Bühne war als Vertreterin der BAGSO die Projektmitarbeiterin Gabriele Mertens-Zündorf. Sie berichtete über das INFORM Mittagstisch Projekt aus dem Jahr 2016. Ausgehend von der Erkenntnis, dass oftmals ältere Menschen aufgrund von körperlichen Einschränkungen oder aus psychischen Gründen sehr einseitig essen, wurde das Projekt ins Leben gerufen. Viele Seniorinnen und Senioren bereiten sich keine kompletten Mahlzeiten mehr zu. Dies kann zu Mangelernährung führen und hat verschiedene gesundheitliche Auswirkungen. Dies trifft besonders auf alleinlebende ältere Menschen zu. Hier hatte das Projekt „Auf Rädern zum Essen“ angesetzt. Ziel war es, weg zu kommen von dem „Essen auf Rädern“, das allein zu Hause eingenommen wird, hin zu führen zum Essen in Gemeinschaft. Bundesweit hatte die BAGSO 2016 aufgerufen, gemeinsame Mittagstische für Senioren zu organisieren.

100 Initiativen hatten sich daran beteiligt, darunter auch die Generationenhilfe aus Hohenhameln. Damals existierte „Udos-Kochclub“ bereits seit zwei Jahren. Alle 14 Tage kocht ein Team Ehrenamtlicher in der Begegnungsstätte „Mittelpunkt“. Beim Start 2014 war es zunächst eine kleine Runde, die gemeinsam anschließend gegessen hat. Heute finden sich an jedem zweiten Montag 18 Essensgäste zum gemeinschaftlichen Mittagsmahl ein. Bei der INFORM Mittagstisch Aktion 2016 war Hohenhameln die einzige Initiative, die während einer kompletten Woche täglich wechselnde Menüs mit einem bunten Rahmenprogramm angeboten hatte -  gemeinsames Bewegen, Singen, Gedächtnistraining. Das Besondere gegenüber anderen teilnehmenden Initiativen war, dass dies ausschließlich von Ehrenamtlichen durchgeführt wurde. Das hat bei den Projektmitarbeitern der BAGSO großen Eindruck gemacht, zumal der Generationenhilfeverein einer der ganz wenigen ist, die nachhaltig das Mittagstischangebot weiterhin aufrechterhält. Daraus resultierten schon mehrmals Einladungen zu Tagungen, um von den Erfahrungen des Vereins zu berichten,  so auch auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin.


Die Gäste in der Halle 23 der IGW erfuhren zunächst von dem live aus Hohenhameln zugeschalteten Küchenteam Udo Kabisch, Hella Krahmer und Walter Vollbaum Details über das Menü, das dort in Vorbereitung war. In einer zweiten Sequenz wurde später direkt zu der Essensrunde geschaltet, wo dann die Stimmung der fröhlichen Runde der Essensgäste zu sehen war.

Von der Moderatorin in Berlin gefragt, was das Besondere dieses Mittagstischangebots sei, kam deutlich rüber, dass es neben dem guten, abwechslungsreichen Essen ganz besonders die Geselligkeit sei, die den Gästen sehr viel bedeute. Udo Kabisch hatte 2014 die Idee zu diesem Kochclub. „Ich hatte Lust, alte Rezepte wieder nachzukochen und habe Mitstreiter gesucht“, berichtete er. Damals waren Seniorinnen und Senioren aufgerufen, gemeinsam mit dem Küchenteam ihre Lieblingsgerichte zu kochen. Daraus ist dann mit Schülerinnen und Schülern der Realschule Hohenhameln ein Kochbuch entstanden, das sich großer Beliebtheit erfreut. Auch Franz Müntefering, der Vorsitzende der BAGSO, besitzt inzwischen dieses Kochbuch.

Der Arbeitseinsatz für die ständig gewachsene Zahl der Essensgäste ist in den Jahren kontinuierlich gestiegen. Von Beginn an ist Wolfgang Spiekermann mit im Küchenteam, das inzwischen von Marianne Kappei und vertretungsweise von Tina Herrmann ergänzt wird. Wenn die Räumlichkeit der Begegnungsstätte es hergäben, würden sehr gern weitere Seniorinnen und Senioren an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen, denn das Essen in Gemeinschaft schmeckt doch am besten, wie immer wieder bestätigt wird.